Eine glanzvolle Ära mit weitreichendem Einfluß auf die Musikwelt

Das Kurpfälzische Kammerorchester gilt als Nachfolger der "Kurfürstlichen Hofkapelle" des Kurfürsten Carl Theodor. Die Komponisten und Instrumentalisten, wie Johann Stamitz und dessen Söhne Anton und Carl, Franz Xaver Richter sowie der Wiener Ignaz Holzbauer und der Mannheimer Christian Cannabich, machten die Kurpfalz zur führenden Metropole und wiesen mit ihrer Musik den Weg zu einer neuen Orchesterkultur. Die Arbeit der "Kurfürstlichen Hofkapelle" nahm so weitreichend Einfluss auf die Musikwelt, dass die klassische Instrumentalmusik, wie wir sie heute kennen ohne die "Mannheimer Schule" nicht vorstellbar wäre.
Mozart, der 1777 in Mannheim gastierte, wovon die Tafel an der Jesuitenkirche heute noch Zeugnis ablegt, fand in Mannheim seine Frau Constanze Weber und 

ließ sich stark von der "Mannheimer Schule" beeinflussen. Als der Kurfürst 1778 nach München übersiedelte endete diese glanzvolle Ära kurpfälzischer Musikgeschichte.

Erst mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester kehrte die "Mannheimer Schule" zurück an Rhein und Neckar. Sein Gründer und erster Dirigent, Generalmusikdirektor Eugen Bodard, begann zwischen dem Gründungsjahr 1952 und 1958 die Wiederbelebung und Rekonstruktion von Werken der "Mannheimer Schule", die sein Nachfolger Professor Wolfgang Hofmann, der das Orchester fast drei Jahrzehnte leitete, weiterführte. In Zusammenarbeit mit dem SDR Studio Heidelberg wurden Kompositionen aufgearbeitet, die sich bis heute im Repertoire vieler Orchester wiederfinden.

 

Traditionelle Klangkultur und lebendige Weiterentwicklung

 Seit nunmehr 60 Jahren ist das Kurpfälzische Kammerorchester ein fester Bestandteil des Musiklebens der Metropolregion Rhein-Neckar. 1952 von Eugen Bodart mit dem Ziel gegründet, das musikalische Erbe der berühmten Mannheimer Schule einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen, erspielte sich das Orchester schnell auch international einen ausgezeichneten Ruf.

Auftritte in nationalen Konzertzentren wie der Alten Oper Frankfurt/Main, dem Gasteig München, der Glocke Bremen, der Frauenkirche Dresden, der Philharmonie Köln und der Philharmonie Berlin sowie regelmäßige Gastspieleinladungen zu nationalen und internationalen Festivals dokumentieren das hohe künstlerische Niveau des Orchesters.

Viele hundert Rundfunkaufnahmen, Fernsehmitschnitte, Schallplatten- und CD-Produktionen sind inzwischen entstanden, die darüber hinaus die ausgezeichnete Qualität des Klangkörpers, seine Spielfreude wie auch seine enorme Bandbreite vom Barock bis zur Moderne belegen.

Die eigene Abonnementreihe "Klangkultur mit Tradition" sowie die Reihe der "Hambacher Schlosskonzerte" an historischen Orten lassen heute den damaligen Glanz am Hofe ahnen und seine musikalische Tradition wiederaufleben.

Eine ganz besondere wie überaus lohnenswerte Aufgabe bei der Erfüllung seines kulturellen Auftrages sieht das Kurpfälzische Kammerorchester in der Musikvermittlung für Kinder und Jugendliche, die bisher kaum oder gar nicht die Möglichkeit hatten, mit klassischer Musik in Berührung zu kommen. Dementsprechend startete es im Jahr 2010 mit der Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Mannheim unter dem Titel „Auf Entdeckungsreise mit dem KKO“ eine Initiative, die sich vorwiegend an Grund- und Hauptschulen in Brennpunktbezirken in und um Mannheim richtet. Seither konnten bereits mehr als 5.000 Schülerinnen und Schüler erreicht werden!

So ist das Kurpfälzische Kammerorchester mit seiner 60-jährigen Geschichte der Klangkörper der Metropolregion Rhein-Neckar, der von den Ländern Baden-Württemberg und Rheinland Pfalz, den Städten Mannheim und Ludwigshafen, dem Bezirksverband Pfalz, Sponsoren, dem Verein zur Förderung des KKO und den Orchesterpaten, die sich aus bekannten Persönlichkeiten und Unternehmen der Region zusammensetzen, unterstützt wird. Zudem besteht eine langjährige, intensive Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.

Musikfreunde in der ganzen Welt assoziieren die „Mannheimer Schule“ mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester. Diesem hohen Anspruch wird das Orchester mit lebendiger Weiterentwicklung gerecht. Homogenität und Inspiration sind seine Schlüssel für erstklassige Musik mit den Programmschwerpunkten Frühklassik und Klassik.

 

 

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